Mama, wieso sterben Menschen?Und muss ich davor Angst haben?

Guten Abend,

heute mal ein etwas sensibles Thema. Vorab : Falls die Mutter/der Vater diesen Beitrag lesen sollte : Ich habe keine Kinder und ich nehme mir auch nicht das Recht heraus, dich groß zu belehren. Dennoch pikse ich dich mal etwas mit dem Stock an : Wie kommt man auf die Idee, so ein empfindliches Thema auf Allmystery zu besprechen? Alles hier beruht auf meiner Meinung. Ich gehe mal davon aus, dass du eine Mama bist. Korrigiere mich gerne bei Bedarf.

Mama, wieso sterben Menschen?Und muss ich davor Angst haben?

Wieso erhoffst du dir Denkanstöße aus solch einem Forum? “Da ich keine Fantasiewelten um das Leben nach dem Tod aufbauen will und ich auch meinem Sohn nicht ins Gesicht sagen kann “danach kommt nichts mehr” (Es mag welche geben, die so herzlos sind)”

Vor ab : Das hat nichts mit Herzlosigkeit zutun und ich finde es auch nicht in Ordnung, auf andere Eltern zu zeigen und zu sagen : “Wie könnt ihr es wagen?” Ich gehe mal von dem naiven Gedanken aus, dass jeder Elternpart da draußen versucht, das Beste für sein eigenes Kind zu wollen. Mit deinem vagen “Das weiß ich nicht”, machst du es sicherlich nicht besser. Versetz dich doch mal für einen kurzen Moment in dein Kind und stell dir vor, du weißt über ein Thema nicht genug und du bist neugierig und möchtest alles ganz genau wissen. Zu wem gehst du da als Erstes? Zu den engsten Bezugspersonen überhaupt -> den Eltern. ( Es gibt auch hier Ausnahmen in jeder Familie, aber im Normalfall sieht es so aus ) Jetzt gehst du hin und kommst mit deinem weiß ich nicht um die Ecke: Natürlich hilft das dem Kind, welches Angst hat, überhaupt nicht. Es weckt wahrscheinlich nur noch mehr Angst, da es auch keine genauen Infos von den Eltern bekommen kann. “Er hat eine Heidenangst und weint sich vor Angst in den Schlaf” – daran siehst du doch schon mal, wie sehr dein Kind über dieses Thema nachdenkt. ” Seine Uroma ist schon sehr alt und er hat auch total Angst, dass sie plötzlich sterben könnte und er traut sich draußen nur noch sehr wenig aus Angst, er könne einen Unfall haben und dann sterben.
Wenn er mal Kopfschmerzen hat, bekommt er auch richtig Panik, dass er krank wird und daran sterben könnte.” Heißt, er hat nicht nur Angst, die Menschen in seinem näheren Umfeld zu verlieren, sondern auch die Angst, es könne ihn selber treffen. “Leute… als Mutter kann ich das ganz schwer ertragen. Was soll ich ihm denn sagen?
Heute stellte er folgende Frage: “Wenn wir geboren sind, dann müssen wir auch sterben. Aber warum werden wir geboren? Kein Mensch will doch sterben.” Für mich klingt es so, als wenn dieses Thema schon länger in der Luft herumschwirrt und immer schlimmer wird. Nicht nur du erträgst diesen Schmerz, sondern auch dein Sohn und damit die ganze Familie.

Mama, wieso sterben Menschen?Und muss ich davor Angst haben?

Ich weiß nicht, ob es das Richtige ist, eher beim Psychologen anzufragen als mit dem eigenen Kind über dieses Thema zu reden. Du musst ja auch angefragt haben, ob er eine Therapie machen könnte : Hältst du das in dem Alter für eine gute Idee? Du bist noch immer die Bezugsperson. Du scheinst selber ein kleines Problem zu haben, über dieses Thema sprechen zu können und das signalisierst du auch deinem Sohn. Das neugierige Kind möchte immer noch über das Thema informiert werden. Mama redet mit dem Kind darüber immer noch nicht genauer und dazu kommt, dass es merkt, dass Mama nicht gut auf dieses Thema zu sprechen ist. Das würde mir erst mal noch größere Sorgen bereiten. Natürlich ist dieses Thema uns allen unangenehm, aber wir sollten unseren Kleinsten nicht zeigen, dass es uns Angst macht. Wenn wir es dann doch tun, braucht es genug Kommunikation, damit beide sich verbunden fühlen und beide einen Weg finden, der Angst zu entkommen. Es ist schon immer leichter gewesen, gemeinsam einer Angst aus dem Weg zu gehen.  “Wenn wir geboren sind, dann müssen wir auch sterben. Aber warum werden wir geboren? Kein Mensch will doch sterben.” – “Was sagt man dem fast Fünfjährigen darauf?” Vielleicht, dass das Leben uns geschenkt wurde, um Chancen wahrzunehmen? Was glaubst du denn selber, warum werden wir Menschen geboren? Was ist unser Sinn? Fühlst du dich dadurch nicht bereichert, dass du all das machen kannst, was du machen möchtest? Für dich zum Beispiel kann dein Leben ein Geschenk sein, weil du die Möglichkeit hattest, dein Kind in die Welt zu setzen. Wir Menschen werden geboren und wir müssen sterben : Aber wir alle haben ein Zeitfenster, welches uns Möglichkeiten eröffnet, die wir ohne das Leben nicht hätten. Des Weiteren kann es für manche Menschen tatsächlich befreiend sein, irgendwann fortzugehen. Beispielsweise ältere Menschen, die mit starken Schmerzen zu kämpfen haben, welche kaum zu beseitigen sind.

Für dich wäre es jetzt wichtig, herauszufinden, seit wann dein Kind diese Angst entwickelt hat. Gab es vielleicht doch einen Tod, mit dem dein Kind nicht umgehen konnte? Gab es einen Moment, der ihm Angst bereitet hat? Seit wann haben diese Gedanken angefangen? Ich denke, es wird einen Auslöser geben. Es darf aber kein Tabuthema in der Familie sein. Dadurch wirst du nur mehr Fragen hervorrufen. Nicht nur das Kind muss sich jetzt damit befassen, sondern alle. Es ist nichts Schlimmes, dem Kind die eigene Auffassung zum Thema Tod mitzugeben. Glaubst du an den Himmel? Glaubst du, dass es danach nichts mehr gibt? Dann rede mit deinem Sohn darüber, beschäftige dich mit dem Thema und frag deinen Sohn, was er inzwischen für eine Auffassung hat. Setzt euch vielleicht mal an einen Tisch und jeder schreibt auf, was er denkt, was danach passiert. Unabhängig von irgendwelchen Ängsten. Dein Sohn wird merken, dass er darüber reden kann, dass man sich zusammen darüber Gedanken macht. Ich würde vielleicht auch die Uroma hinzuziehen. Lass ihn mit ihr darüber reden, gib ihm die Chance, seine Angst auszusprechen. Vielleicht kann die Oma ihm auch mit auf den Weg geben, dass sie keine Angst davor hat. Sie sollte ihm zeigen, dass sie immer in seinem Herzen sein wird, egal wo sie der Weg hinführen wird und die restliche Zeit verbringt man so gut miteinander, wie man kann. Zeit ist kostbar und sich ständig Gedanken darüber zu machen, ob jemand bald fort sein könnte, lässt uns vergessen, dass wir Erinnerungen schaffen sollten. Wir können entscheiden, wie wir jemanden irgendwann mal gehen lassen. Haben wir Angst und machen wir uns ständig Gedanken darüber, anstatt die Zeit mit dem anderen zu verbringen und die schönen Momente auszukosten?

Dein Sohn wird nämlich weiter darüber nachdenken, solange er merkt, dass es ein Tabuthema ist. Diese Situation überfordert dich vielleicht gerade, aber ich finde es dennoch beeindruckend, dass sich ein so kleiner Mann schon so große Gedanken macht. Dein Sohn ist bereit, diese Welt zu erkunden, mit all seinen Facetten, auch mit den schlechten. Damit hat er sich schon mal einer Angst gestellt. Es gibt heutzutage auch Erwachsene, die dieses Thema weit von sich schieben.

Mama, wieso sterben Menschen?Und muss ich davor Angst haben?

“…mich aber auch nie unterstützt, wenn ich diese Ängste als Kind hatte..” Du warst also mal genau in der gleichen Situation wie dein eigener Sohnemann und daher weißt du, wie enorm wichtig es ist, das Kind in so einer Lage nicht alleine zu lassen. Hätte es dir als Kind nicht auch eher geholfen, die Sicht deiner Eltern zu hören bzw. dich auch einfach darüber reden zu lassen? Ein vages “ich weiß nicht”, wäre nicht hilfreich gewesen, oder? Übrigens, ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist, aber das ist ein Muster, welches gerade in eurer Familie weitergegeben wird. Du hattest als Kind die Situation, dass es Floskeln wie “du bist noch jung, denk nicht darüber nach” gab. Heutzutage bekommt dein Sohn gesagt, dass er darüber nicht nachdenken soll. Das Thema wird gemieden. Auch fühltest du dich damals bei dem Thema alleine gelassen, so wie heute, wenn dein Sohn fragen stellt.

“Alles, was ich mir im Laufe meines Lebens aufgebaut habe, sind Konstrukte aus “Glauben und Hoffen”, die mich aber selber nicht überzeugen und die ich ganz schlecht meinen Kindern erzählen kann.
Rückblickend…. bereue ich zeitweise die Entscheidung Kinder bekommen zu haben, denn jetzt habe ich ihnen die grausame Fahrt in die Nichtexistenz aufgezwungen.”

Eine ganz schön heftige Aussage, die ich gerade sehr traurig finde. Grausame Fahrt in die Nichtexistenz oder die Chance aufzuatmen, zu erleben, zu erinnern und zu erschaffen? All das ist immer eine Sichtweise, die sich aber auch ändern lässt. Dein Kind ist jetzt auf der Welt, willst du das wirklich ändern? Willst du all die schönen Momente wieder abgeben? Warum hast du dich überhaupt entschieden, Kinder zu bekommen? Das solltest du überdenken, denn all das war nur durch dein eigenes Leben möglich. Diese Fahrt in die Nichtexistenz hat dir also einiges Gutes gebracht und dich an ein gutes Ziel geführt. Dein Sohn ist ebenso zu allem fähig.

Mama, wieso sterben Menschen?Und muss ich davor Angst haben?

Natürlich bist du innerlich gespalten. Da sind einmal deine Eltern, die rational denken und logisch vorangehen. Sie wollten dir das auch so mitgeben und jetzt, wo du erwachsen bist, merkst du, du möchtest vielleicht an mehr glauben. Deine Eltern haben dir quasi mitgegeben, woran du glauben solltest und was “Richtig” ist. Du bist heute aber alleine in der Lage, zu entscheiden, was existiert und was nicht. Wenn du dem Paranormalen zugewandt bist, dann ist das so und es vollkommen okay. Du bist nicht verrückt, du bist nicht unnormal : Du möchtest einfach offenbleiben für dieses Thema und dafür darf dich niemand verurteilen. Es ist doch schön, beides zu können. Logisches Denken und dennoch für Anderweitiges offenzubleiben. Und wenn dein Sohn es dir gleichtut, dann beschütz ihn und lass dem Kind den Glauben. Ihr beide dürft, so lange es euch nicht schadet. Ich würde deinen Eltern eine klare Grenze setzen : “Wenn ihr eure Denkweise habt, denkt so, aber wenn mein Kind da anders ist, soll er es auch ausleben dürfen.” Viele Erwachsene verharren auch gerne mal in ihrem Denken und sehen die Welt nur noch in schwarz-weiß : Kinder sind uns da voraus. Sie entdecken, sind neugierig und wenn sie hinfallen, dann stehen sie einfach wieder auf. Wir können viel von ihnen lernen. Ich denke, du musst einfach lernen, ganz auf dein Bauchgefühl zu hören und dich von dem Denken deiner Eltern abzukapseln. Vergiss einfach mal, was irgendjemand über deine Thesen denken könnte: Woran willst du glauben? Wofür interessierst du dich?

Es ist einfach interessant zu sehen, wie dein Kind lernen möchte und wie auch du noch etwas daraus gewinnen kannst. Also kurzum : Geht das Thema zusammen an. Bezieht die Familie mit ein und nehmt euch zusammen jegliche Angst.

Keine Ahnung, ob du das überhaupt lesen wirst, aber ich wünsche euch die beste Lösung für diese Situation. Alles Gute.

So genug Meinung meinerseits. Jetzt die Highlights aus Allmystery…

Mama, wieso sterben Menschen?Und muss ich davor Angst haben?

“Bin selber keine Mutter, aber vielleicht hilft es euch beiden, den Umgang mit dem Tod in verschiedenen Kulturen kindgerecht durchzugehen. Z.B. darüber reden, dass es Menschen gibt, die an den Himmel glauben oder ins Museum gehen und Mumien anschauen” Gute Idee, allerdings kann es auch beängstigend sein und da sollte man wirklich schauen, welche Kulturen man durchgeht. Beispielsweise die katholische Kirche : Dort soll der Sterbende seine Sünden vor Gott bereuen und nach 6 Wochen enden die ersten Trauerphasen für die Angehörigen. Nichts gegen Katholiken, aber erklärt das mal einem 5-Jährigen, puh… “es gibt doch auch Bücher, die das Thema Tod für Kinder aufbereiten, habt ihr in der Richtung schon was” – kann man machen, aber bitte nicht einfach in die Hand drücken und “mach mal” schreien.

Mama, wieso sterben Menschen?Und muss ich davor Angst haben?

Deine Eltern wollten dich sicher nicht beleidigen und du hättest auch klar kommunizieren können, dass du dich gerade veräppelt fühlst. Kindergerecht bedeutet im Grund nur, dass du etwas im Niveau eines Kindes und dessen Alters erklärst, um es nicht zu überfordern oder zu verstören. Ehrlich sein halte ich auch für angebracht, aber mit Gefühl und Herantasten. Also nicht unbedingt ins Leichenschauhaus gehen und Sightseeing betreiben.

Mama, wieso sterben Menschen?Und muss ich davor Angst haben?

Du weißt schon, dass das Kind offensichtlich Angst vorm Tod hat? Warum sollte es plötzlich aufgrund einer einzigen Erklärung Todessehnsucht verspüren? Dafür müsstest du deinem Kind den Tod schon deutlich schmackhaft reden und ihm erzählen, dass du nur darauf wartest, bis es so weit ist.

Mama, wieso sterben Menschen?Und muss ich davor Angst haben?

Vereinfacht gesagt : Lass deinen Sohn einfach alleine mit seiner Angst. Er wird schon wissen, was richtig und falsch ist mit seinen 5 Jahren? Und wenn er sieht, wie ein Leichnam gefeiert werden, wird er sich auch schon freuen, also schalt ihm einfach die Glotze an?

Mama, wieso sterben Menschen?Und muss ich davor Angst haben?
Mama, wieso sterben Menschen?Und muss ich davor Angst haben?

Könntet ihr bitte mal aufhören, irgendwelche Ferndiagnosen zu stellen? Seid ihr Ärzte? Habt ihr studiert? Wo ist euer Diplom?

Mama, wieso sterben Menschen?Und muss ich davor Angst haben?

Hihi, ich find das schon drollig. Vielleicht wird er mal Wissenschaftler? Die geben sich auch nie mit nur einer Antwort zufrieden, sondern erforschen und erforschen und erforschen 😉

Mama, wieso sterben Menschen?Und muss ich davor Angst haben?

Vielleicht hat es dich als Kind einfach nicht interessiert? Nach dem Schema sollte sie sich also weiter nicht damit beschäftigen und weiter bei dem “weiß ich nicht” bleiben, prima.

So prickelnd finde ich diese Aussagen zu dem Thema nicht. Eher oberflächlich gehalten, leider. Der ein oder andere hat sich vielleicht damit beschäftigt, aber das war es auch schon. Schade, Allmystery. Schade.

Einen schönen Abend,

eure AntiAllmyAutorin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.